“Am mutigsten waren immer wieder die Zeugen Jehovahs” : mit diesen Worten beschrieb die im KZ Moringen inhaftierte Kommunistin Gertrud Keen das Verhalten der ' Bibelforscherinnen'.
“Heute ist einer breiten Öffentlichkeit das Schiksal der Zeugen Jehovahs in der NS-Zeit nahezu unbekannt.
Dabei wurden von der ca. 25.000 Anhänger dieser Glaubendemeinschaft zu Beginn des 'drittenReiches' ungefähr 10.000 für eine unterschiedlich lange Dauer inhaftiert. 2000 kamen ins KZ. 1200 starben oder wurden ermordet, darunter ca. 250 Zeugen Jehovahs, die vornehmlich wegen Kriegsdienstverweigerung hingerichtet worden sind. In der Tat - die Zeugen Jehovahs wurden mit “unerbittliche Härte” bekämpft.
Nicht nur die ehemaligen mitinhaftierten KZ-Häftlinge heben das Verhalten der Zeugen Jehovahs gesondert hervor. Ähnliches gilt für die Forschung. Am trefflichten formulierte dies Friedrich Zipfel. Er konstatierte, dass es sich bei der NS-Verfolgungsgeschichte der Zeugen Jehovas um ein ganz eigenartigen Vorgang handelte. Und auch Deflet Garbe weisst auf einige “höchst bemerkenswerte Besonderheiten” der NS-Verfolgung der Zeugen Jehovahs hin. Die wichtigsten sind demnach :
Zu ergänzen wäre mindestens eine weitere Besonderheit. Unter den in den Frauen-KZ Möringen, Lichtenburg und Ravensbrück inhaftierten Frauen stellten die Zeuginnen Jehovah die grösste Häftlingszahl (für das Frauen-KZ Ravensbrück gilt dies mit der Einschränkung bis 1939).”
Zitat von Hans Hesse* aus dem Buch : Am mutigsten waren immer wieder die Zeugen Jehovas ; Hans Hesse, Herstellung : Edition Temmen 1998, Seite 9, (ISBN 3-86108-724-3)
* Hesse, Hans: Historiker, Autor, M.A. geb.1961, Studium der neueren Geschichte, Alten Geschichte und Publizistik an der FU Berlin. Forschungsprojekte zur NS-Verfolgungsgeschichte der Sinti und Roma und zu den Konzentratioslagern in Moringen….. Forschungsschwerpunkte: NS-Verfolgung der Zeugen Jehovahs, Sinti und Roma und Geschichte der KZ in Moringen.
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