Internationale Aktivitäten

Gedenkstätte Ravensbrück

Pressemitteilung – 7/07/2007
„Lila Winkel in Ravensbrück“
KZ-Ausstellung zur Haftgruppe der Zeugen Jehovas

 

„An die etwa 1 100 Zeugen Jehovas, die im KZ Ravensbrück inhaftiert waren, ist in der Gedenkstätte Ravensbrück lange Zeit nicht erinnert worden. Wir haben hier etwas gutzumachen“, sagte KZ-Gedenkstättenleiterin Dr. Insa Eschebach bei der Eröffnung der Sonderausstellung „Lila Winkel in Ravensbrück“ im ehemaligen Lagergefängnis oder „Bunker“. Eschebach hob eine Besonderheit hervor: „Diese Häftlinge haben in diesen Räumen, in diesen Zellen, in Dunkelheit und Kälte und in hoher Zahl besonders gelitten.“ Im Dezember 1939 verweigerten über 400 Zeuginnen Jehovas jede Form von Arbeit für den Krieg. Der Lagerkommandant bestrafte sie wochenlang mit Stehappellen, mit Dunkel- und Hungerarrest in den überfüllten, eiskalten Zellen. Die Frauen blieben jedoch standhaft.

Anhand von Kurzbiografien werden auf 16 Ausstellungstafeln die Lebensschicksale von Frauen und Männern dokumentiert, die als Zeugen Jehovas von den Nationalsozialisten verfolgt, in Konzentrationslagern eingewiesen und von der SS mit dem lila Winkel auf der Häftlingskleidung stigmatisiert wurden. Zu ihnen gehörte Dorothea Golly aus Hamburg (geb. 1887), die zusammen mit ihrem am 16. Februar 1945 im KZ Dachau verstorbenen Mann Erich (geb. 1891) in der Ausstellung zu sehen ist. Ihr Friseurgeschäft musste aufgrund von NS-Boykott aufgegeben werden. Dorothea Golly war in den KZ Hamburg-Fuhlsbüttel und Ravensbrück sowie im Lager Uckermark inhaftiert. Sie bemerkte auf einem Formular nach 1945: „Ich bin im Lager Ravensbrück bei der Arbeit (Pelze trennen) vollständig erblindet.“

Die Sonderausstellung „Lila Winkel in Ravensbrück“ ist in Fürstenberg/Havel (80 km nördlich von Berlin) in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück im ehemaligen Zellenbau noch bis 31. August zu sehen.

 

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